Schloss Ivenack

Nationales Kulturdenkmal in Sanierung

Seit 2016 wird eine der bedeutendsten Schlossanlagen in Mecklenburg-Vorpommern saniert.

Deckenansicht-schloss-ivenack
Herbst SchlossIvenack
Orangerie Ivenack DOMUSImages

Seit 2014 ist die Schlossanlage Ivenack in deren Park die berühmten 1000jährigen Eichen stehen, als Denkmal nationaler Bedeutung eingestuft. Anfang 2016 beginnt die Sanierung und das Ivenacker Schlossensemble wird in das Sonderprogramm des Bundes für Investive Kulturmaßnahmen aufgenommen.

Im ersten Bauabschnitt wird das Dach des linken Flügels erneuert. Aufgrund von Schwammbefall muss sowohl das Balkenwerk als auch das Mauerwerk erneuert werden. Mit einem Richtfest im Juni 2019 wird die Fertigstellung des ersten Bauabschnittes gefeiert. Während der Sanierung gibt es immer wieder Schlossführungen und auch zum Festival der Baltischen Gutshäuser, der MittsommerRemise, öffnet Ivenack regelmäßig seine Türen. Zur Zeit konzentrieren sich die Bauarbeiten auf die Fertigstellung der Orangerie, die ab 2024 als Erlebnis-Gastronomie eröffnen soll. Im Rahmen der Festspiele Mecklenburg-Vorpommern fand 2020 ein erstklassiges Konzert der Reihe "Sleeping Beauties" statt.

Als Teil des Gutshaus Projekts "Stadt Land Gut" der Region Rostock, zeigt die Malerin Daniela Friederike Lüers in ihrer Gemäldereihe "Der Garten am Meer" die Schönheit der Schlösser, Guts- und Herrenhäuser. In einer virtuellen Ausstellung zu Corona wurden die Gemälde im Schloss Ivenack ausgestellt.

Historie

Die Vergangenheit von Ivenack steckt voller Wunder. Es gibt Geschichten von einem geisteskranken Herzog, vom Mecklenburgisch Sibirien und dem sagenumwobenen Hengst Herodot, der von Napoleon vor Moskau geritten wurde.

Im Jahr 1252 wurde Ivenack erstmals erwähnt, als hier ein Nonnenkloster gegründet wurde. Das Zisterzienserinnenkloster spielte eine wichtige Rolle bei der Kolonisation von Mecklenburg und Pommern. Es erhielt durch großzügige Schenkungen beträchtlichen Landbesitz. Zwischen 1550 und 1560 wurde das Kloster im Zuge der Säkularisation aufgelöst und sein gesamter Besitz dem mecklenburgischen Herzogshaus übergeben. Um 1590 ließ Johann VII., Herzog von Mecklenburg-Schwerin, auf den Mauern des ehemaligen Klosters das Renaissanceschloss Ivenack als Wohnsitz für seinen Bruder Sigismund August errichten.
Sigismund August war geistesgestört und von der Erbfolge ausgeschlossen. Er wurde mit Ivenack abgefunden, heiratete Prinzessin Clara Maria von Pommern-Barth und lebte mit ihr bis zu seinem Tod im Jahr 1600 in Ivenack.

Das Ivenacker Gut wurde danach als Herzogliches Domanium verpachtet oder verpfändet und wechselte im 17. Jahrhundert mehrmals den Besitzer. Erst durch einen Tausch mit dem Geheimrat Ernst Christoph von Koppelow wurde Ivenack zu einem ritterschaftlichen Gut. Von Koppelow begann energisch mit dem Wiederaufbau des Schlosses und der Ivenacker Kirche, die sich bereits seit dem Dreißigjährigen Krieg in schlechtem Zustand befanden. Durch die erneute Heirat seiner Witwe gelangte das Gut in den Besitz von Helmuth von Plessen, dem späteren Reichsgrafen von Plessen.

Als Albrecht Joachim von Maltzahn Graf von Plessen das Gut Ivenack erbte, erhielt die Schlossanlage ihre heutige Gestalt. Der Park wurde 1800 in einen englischen Landschaftsgarten umgewandelt, wo das Teehaus und die Orangerie entstanden. Nordwestlich schließt sich an den Schlosspark ein großer Tiergarten an, in dem sich die berühmten Ivenacker Eichen befinden. Anfang des 19. Jahrhunderts betrieb der Graf von Plessen eine Vollblutzucht, die über die Landesgrenzen hinaus bekannt war. Der Hengst "Herodot" galt als einer der berühmtesten Hengste seiner Zeit. Viele Legenden ranken sich um den Schimmel, so soll Napoleon ihn vor Moskau geritten haben.

Zusammen Mit seinem Hauptgut und den Nebengütern von insgesamt 6.964 Hektar war Ivenack 1888 das größte ritterschaftliche Gut in Mecklenburg.

Untergang und Neuanfang

Als im Mai 1945 die Rote Armee einmarschierte, nahmen sich 29 Menschen in Ivenack  das Leben, inklusive dem Gutsherren Albrecht Freiherr von Maltzahn, Graf von Plessen und seine Frau Magdalena. An sie erinnert ein Gedenkstein im Tierpark.

In den Jahren nach 1945 war das Schloss zunächst ein Aussiedlerheim. Später wurde es als Alten- und Pflegeheim genutzt. Nach einigen gescheiterten Versuchen der Sanierung und Neunutzung des Schlossensembles, kaufte im Jahre 2012 der dänische Geschäftsmann Lars Fogh das Schloss und die Parkanlage, mitsamt Orangerie und Teehaus.

Anfahrt & Kontakt

Am Schloss 3

17153 Ivenack


Email:
Web: https://schlossivenack.de